Aufholjagd in Königs Wusterhausen

Es gibt Spiele, die man schnell wieder vergisst oder vergessen will und andere, an die man sich gerne erinnert, weil man als Mannschaft ein wenig über sich hinausgewachsen ist. Das Spiel am vergangenen Sonntag war eines davon. Obwohl es wahrscheinlich das Unwichtigste der Saison war, bleibt es der Mannschaft hoffentlich in Erinnerung um den Mannschaftsgeist in Zukunft zu stärken.

1. Halbzeit

Wir traten das Spiel um 11 Uhr morgens bei angenehmen Temperaturen in Königs Wusterhausen an. Unser einziges Ziel bestand darin, die Saison mit einem Sieg zu beenden, um anschließend gelassen bei Jörg zu grillen. Dieser Plan schien bereits nach 30 Minuten gescheitert, da wir relativ schnell drei unnötige,, aber wirklich völlig unnötige Tore kassierten. Die Hauptschuldigen an den Toren waren die (neuen) Chamisso-Stürmer, denen vor dem Spiel die Anweisung gegeben wurde vorne stehen zu bleiben.

Dies wurde gegen jedes taktische Verständnis konsequent befolgt, indem der Sturm keinen einzigen Schritt Richtung eigenes Tor tat. Dadurch wurden durch die Außenverteidiger von KW enorme Lücken in die Real- Abwehr gerissen. Hinzu kam noch, dass unser sonst Zuverlässigster (Basti) viel Pech bei den Gegentoren hatte. Nach dem 3:0 war die Stimmung sehr gedrückt, denn KW war uns spielerisch keinesfalls überlegen. Das wussten wir und begannen die Aufholjagd. Viele Chancen wurden leichtfertig vergeben, so dass es zur Halbzeit schon 3:3 hätte stehen können. Für den Anschlusstreffer sorgte ein Flankenlauf von Moritz Kauth, der geschickt von der rechten Seite hoch in den Rücken der Abwehr auf Thomas den Highlander auflegte. Der Highlander holte aus, er holte weit aus und knallte die Pille rechts oben rein!

Danach war erst mal Halbzeit, in der es feurige Ansprachen gab, die sich positiv auf die Mannschaft auswirkten.

2. Halbzeit

In der zweiten Halbzeit begannen wir druckvoll, wir witterten unsere Chance auf den Ausgleich bzw. Sieg und spürten die Angst der gegnerischen Mannschaft. Es kamen „richtige“ Spielzüge zustande und Chancen wurden herausgespielt, es fehlte nur noch das Quäntchen Glück. Einer dieser „richtigen“ Spielzüge endete dann endlich mit dem Torerfolg, bei dem Max allein vor dem Tor den auf ihn zustürmenden Torwart geschickt auskuckte und mit einem eleganten Schlenzball halb hoch rechts zum 3:2 verkürzte! Wir waren dran und hatten KW im Schwitzkasten, ließen den Ball und Gegner laufen,, es wurde gekämpft, es wurde kombiniert, es machte einfach Spass. Bei der darauffolgenden Strafecke wollte ich mich endlich in die Torjägerliste eintragen um sammelte meine ganze Wut der vergebenen Torchancen, um das Ding endlich reinzumachen. Es klappte, 3:3! Die nächste Strafecke war ebenfalls von Erfolg gekrönt, bei der Fabi mit einer unheimlich verwirrenden Kombination den Ball irgendwie hinter die Torlinie brachte. 4:3, wir hatten den Spieß umgedreht! Da die Aufholjagd so viel Spaß gemacht hatte ließen wir nach dem Führungstreffer KW wieder ins Spiel zurückkommen, indem wir ein Eckentor zuließen – 4:4. Es waren noch zehn Minuten zu spielen und wir wussten, dass wir den Sieg verdient haben, da wir die Schwächen des Gegners kannten. Das sehr starke Mittelfeld (Max, Daniel, Spalter und Flo) fütterte die Stürmer immer wieder mir guten Pässen in den Raum und riss Lücken in die KW-Abwehr. Das Siegtor entstand dann auch aus einer lehrbuchreifen Kombination und war ein Produkt der gesamten Mannschaft. Max setze sich im Mittelfeld durch, ich wurde links außen auf der Grundlinie angespielt, passte den Ball zu Spalter, der auf Höhe des Siebenmeterpunktes stand und gekonnt mit der kleinen Rückhand traf – 5:4! Es war das Siegtor und der Abpfiff folgte wenige Minuten später.

Dieses letzte Spiel war ein Sieg der gesamten Mannschaft für den jeder gekämpft hat und ein guter Vorgeschmack für die nächste Saison, in der das Brett ein erreichbares Ziel sein sollte.

Alexander Gärtner „Der blonde Spanier“